Lebst du in einem sehr realen Videospiel?

musk

Elon Musk, Gründer von PayPal, Tesla und SpaceX ist zweifellos einer der inspirierendsten Menschen unserer Generation. Er hält es für sehr wahrscheinlich, dass wir in einem Videospiel leben. Genau genommen sieht er die Chance, dass unsere Welt wirklich real ist, bei eins zu einer Milliarde. Philosophen und Physiker haben bereits ähnliche Thesen aufgestellt. Schauen wir uns die Idee doch etwas genauer an.

Games im Wandel

Pongfuture

Musk leitet seinen Gedankengang mit dem über 40 Jahre alten Videospiel Pong ein. Betrachtet man die Entwicklung von Videospielen, wird ziemlich deutlich, welche immensen Verbesserungen in kurzer Zeit stattfinden. Das Ziel von Pong ist simpel. Der Spielball muss am gegnerischen Schläger vorbei geführt werden, um einen Punkt zu erzielen. Die Grafik und Handlungsmöglichkeiten sind beschränkt. Heutzutage spielen wir fotorealistische Spiele mit reichlich Tiefgang über alle Genres hinweg. Wir sind in der Lage, Sprache, Intelligenz und auch Gestik in Spielen nutzbar zu machen und mit Menschen weltweit gleichzeitig zu zocken. Musk argumentiert, dass bei dieser rapiden Entwicklung es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir in der Lage sind, 100% realistische Umgebungen zu schaffen, die wir nicht mehr von der Realität unterscheiden können. Zugegeben, es ist schwer sich mit dem Gedanken zu arrangieren, dass unsere Welt nicht real ist. Wäre es tatsächlich so, würden wir im Momentum der Wahrheit  nur ein ziemliches “WoW” hervorbringen. Solche Erlebnisse hatten wir aber durchaus schon in der Vergangenheit gehabt.
WOW

 

Die Menschheitsgeschichte ist voller WOW’s

WOW-Meilensteine sind Entwicklungen in der Menschheitsgeschichte, die einen gewaltigen Einfluss auf uns haben. Im ersten Moment machen sie sprachlos und sind selbst beim zweiten hinsehen nicht zu glauben. So kann man die Entdeckung des Feuers als ersten WOW-Meilenstein bezeichnen. Stell dir mal mal die Reaktion der anderen Höhlenmenschen vor, als der erste ihrer Art mit dem Feuer in der kalten Höhle auftauchte. Ein gewaltiges “Wooooow” ging durch die Neandertaler Gruppe und es folgten einige warme Nächte.

Wow! entstammt übrigens einem im Jahr 1977 empfangenen Radiosignals. Der Astrophysiker Jerry R.Ehman empfing ein Signal mittels dem Radioteleskop an der Ohio State University. Die Ursache ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Das Signal kam von dem Sternenbild Schütze und wurde im ersten Moment als Kommunikationsversuch einer extraterrestrial intelligence interpretiert.

Ein Wow Effekt der bis heute zwar noch ausgeblieben ist, dennoch haben wir uns seit der Entdeckung des Feuers um einiges weiterentwickelt. Wir haben das Automobil erfunden, den Himmel erobert und den ersten Menschen auf den Mond geschickt. Im Prinzip sind das alles Ereignisse, die wir im ersten Moment nicht glauben konnten. Jemanden überzeugen zu wollen, dass unsere Welt ein Computerspiel ist, ist wohl genau so schwierig wie einem Neandertaler zu erklären, dass wir mit einer Saturn-V-Rakete einen Menschen zum Mond geschickt haben.

wow effekt

WOW-Meilensteine passieren konsequent und immer wieder. Heutzutage schreitet die Entwicklung immer schneller voran. Wir sind in der Lage, Informationen in Echtzeit zu übertragen, mit immer mehr Menschen Weltweit in Kontakt zu treten um auch gemeinsam an weiteren Meilensteinen zu arbeiten. Wissenslücken werden immer schneller geschlossen und bringen neue Ergebnisse. Das hat zu Folge, dass die Distanz zwischen zwei WOW-Meilensteinen immer geringer wird. Betrachten wir den zeitlichen Ausschnitt der Videospielentwicklung wird dies besonders deutlich. Wir haben in 40 Jahren einen immensen Sprung gemacht. Niemand hätte es für möglich gehalten, ganz Los Angeles als Videospiel abzubilden und zudem mit einer spielerischen Freiheit, die wir beispielsweise in GTAV finden, auszustatten. Denkt man das Beispiel weiter, landen wir zwangsläufig an dem Punkt in der wir in der Lage sind, eine komplette virtuelle Realität zu erschaffen. Schon jetzt stehen wir vor der Marktreife von virtual reality. Unsere Kinder werden die Technologie nicht mehr hinterfragen sondern als Gegeben hinnehmen. Was uns vielleicht als absurd erscheint, ist in der kommenden Generation einfach der gegebene Standard. Wie weit wir davon tatsächlich entfernt sind lässt sich schwer sagen. Es dürfte aber wesentlich näher an der Gegenwart liegen als wir vermuten.

humenprogresswithmilestones

Warum wir die Zukunft nicht verstehen?

Wir haben leider nur ein sehr schlechtes Verständnis für exponentielles Wachstum. Wir sehen den technischen Stand von HEUTE und projektieren Entwicklungen für die ZUKUNFT sehr oft aus Erfahrungswerten die aus der VERGANGENHEIT entstammen. Dadurch entsteht ein verzehrtes Bild über die Möglichkeiten die uns in ZUKUNFT erwarten. Lineares Denken, also das Gegenteil von exponentieles Denken fällt uns sehr leicht. Wenn wir heute ein schnelles Auto fahren erwaten wir für morgen ein schnelleres Auto. Übermorgen dann ein noch schnelleres Auto. Exponentielles Wachstum bedeutet das wir morgen ein fliegendes Auto haben und übermorgen fliegen wir schon selbst.

future

Henry Ford sagte einmal sehr treffend:

„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“

Das ist ein gutes Beispiel wie wir unsere Zukunftsvorstellungen aus der Vergangenheit heraus kreieren. Eine Entwicklung  der Zukunft zu bestimmen ist heute aber weitaus schwerer als früher. Henry Fords Ursprungsgedanke war es, einfach bessere Mobilität für die Menschen zur Verfügung zu stellen. Die Möglichkeiten heute sind dabei um vieles Vielfältiger und Veränderung findet auf einer Mikroebene statt. Das heißt dass immer mehr Menschen an spezifizierten, also für sich genommen kleineren Entwicklungen arbeiten. Durch die Vielzahl an Kommunikationsmöglichkeiten nimmt der Grad an Technologisierung aber massiv zu. Wir müssen uns einfach selbst als Ameisenhaufen sehen, der immer besser zusammenarbeitet. Exponentielles Wachstum ist in der Tat schwer greifbar zu machen. Was uns heute absurd erscheint, macht morgen vielleicht absolut Sinn. Was übermorgen passiert können wir uns vielleicht nicht mal in unseren Gedanken vorstellen, wird aber irgendwann doch zur Realität.

Komm, wir bauen eine Matrix.

Wir können irgendwann eine Matrix bauen oder haben sie schon gebaut. Die Frage die wir uns stellen müssen ist allerdings mehr philosophischer Natur.

“Wollen wir eine virtuelle Realität erschaffen, die wir selbst als solche nicht erkennen?”

 

 

WOWmatrix

 

VR als Trainingssimulation

Erinnert ihr euch an den Film Matrix, als Neo das kämpfen gelernt hat? Ihm wurden die verschiedenen Kampfsportarten per Software injiziert. So hatte er die Möglichkeit, in kurzer Zeit Kung Fu zu lernen. Ein toller Gedanke, wenn man sich alles Wissen per Knopfdruck einverleiben kann. Jeder Mensch macht in seinem Leben seinen eigenen individuellen Erfahrungen. Wenn wir jetzt in der Lage sind, mehrere Leben zu durchleben steigt auch unserer Erfahrungsschatz. Vielleicht mach es Sinn, so eine virtuelle Realität zu erschaffen die einfach nur als Training für uns selber gedacht ist. Ihr kennt sicherlich den Spruch “Die Schule des Lebens”. Voraussetzung ist allerdings, dass wir das Ganze in einem anderen Zeitraffer sehen. Es wäre so, als würde man eine Videospielfigur spielen, die als Kind startet und dann erwachsen wird, um Abenteuer zu lösen. Wir selbst spielen das gesamte Videospiel in 1 Monat durch, für unseren Helden ist allerdings ein Leben vergangen.

VR als Unterhaltung

Videospiele werden zwar immer realistischer aber unser Anspruch wird auch immer höher. Hast du schon mal darüber nachgedacht, was dich an Videospielen wirklich fasziniert? Man kann Abenteuer durchleben, die man in der realen Welt nicht durchleben kann. Man kann einen Auftragskiller spielen, eine ganze Fußballmannschaft verwalten oder auch jegliches Fantasy Abenteuer spielen, dass sich jemand in seiner endlosen Kreativität ausgedacht hat. Wäre der Höhepunkt dieser Entwicklung nicht ein Multiplayer Spiel, in dem jeder seine eigene Geschichte durchleben kann, was zu dem so realistisch ist, dass wir uns gar nicht mehr bewusst sind, dass es ein Videospiel ist? Willkommen im real life gaming. Geschlecht auswählen, den Kontinent und das Jahrtausend, in dem man starten möchte.

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Wenn es in Zukunft möglich ist, dann war es auch in der Vergangenheit möglich.

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Es gibt viele Gründe, warum wir eine virtuelle Realität bauen sollten und wahrscheinlich auch viele, die dagegen sprechen. Festzuhalten ist aber, dass wir uns auf der Zeitlinie immer stärker in diese Richtung bewegen. Wo wir uns im gesamten Prozess befinden, ist schwierig zu sagen. Allerdings können wir uns sicher sein, dass die Geschwindigkeit gegen Ende rapide zunimmt. Wo sich Virtual Reality in ein paar Jahrzehnten bewegen wird´, ist kaum auszumalen.
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Haben wir den Punkt allerdings erst einmal überschritten, wird es ein leichtes sein, Geschehnisse aus der Vergangenheit zu simulieren. Wir befinden uns ja jetzt schon in einem Livetracking Prozess, beispielsweise durch Social Media. Eine Aufzeichnung von ungeheuren Datenmengen, die man in Zukunft weiter auswerten kann, um unsere eigene Matrix damit zu füttern. Unsere produzierten Datenmengen gepaart mit der Technologie die uns in den kommenden Jahren zur Verfügung steht, sprechen zumindest ein ziemlich klare Richtung. Vielleicht ist die Möglichkeit eine Matrix zu bauen, die wir selbst als solche nicht wahrnehmen nur unsere technisch machbare Interpretation vom ewigen Leben.

Wenn wir also die technische Möglichkeit haben, in einem Leben mehrere virtuelle Leben zu durchleben, die so realistisch sind und im Zeitraffer vorbeigehen – würden wir uns dann wirklich davor verschließen?

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Die Chance, dass unsere Welt real ist, liegt bei eins zu einer Milliarde

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Zugegeben, es fällt immer noch sehr schwer daran zu glauben, dass unsere Welt eine Computersimulation ist. Wenn wir aber auch nur minimal daran glauben, dass es so ist, dann müssen wir Musk paradoxerweise Recht geben. Überschreiten wir einmal diesen WOW-Meilenstein ist es leicht, Simulationen zu erschaffen, in denen wir aktuell vielleicht schon drin sind. Unser Weltraum wird auf ein Alter von mehr als 13 Milliarden Jahren geschätzt. Dass wir in unserer Zeitline vor dem Punkt der virtuellen Realität liegen, liegt abzüglich der Expansion des Weltraums tatsächlich irgendwo bei eins zu einer Milliarde. Damit würde Musk auch in seiner Einschätzung ziemlich richtig liegen. Vielleicht haben wir aber auch tatsächlich das Glück, dass unsere Generation die letzte Generation ist, die noch sterben muss. Zumindest lohnt es sich mal darüber näher nachzudenken.

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